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Denkanstoß im Detail

20.07.2016 // Das Leben anlachen

Kürzlich besuchte ich eine Vorführung des Dokumentarfilms über den ehemaligen Landesrabbiner von Mecklenburg/Vorpommern William Wolff. Der nahezu unerschütterliche Humor des Protagonisten faszinierte mich auf besondere Weise.

Das Leuchten der Augen war für mich ein Synonym für „das Leben anlachen“. Dahinter verbarg sich die Kunst, sich trotz aller Widrigkeiten nicht unterkriegen zu lassen. Manchmal auch gegen alle Vernunft das Leben anlachen, um vor sich selbst auch zu bestehen. Ob es eine Methode ist, dem etwas entgegen zu setzen, was viele von uns in diesen Tagen bedrückt und umtreibt? Die Situation in der Türkei, in Nizza, der Amoklauf im Zug bei Würzburg, den Gefahren die unser Wertesystems durch ultrarechte und antisemitische Populisten ausgesetzt ist. All das lässt uns innehalten und für den Augenblick schweigen. Was kommt dann? Können wir dann einfach zur Tagesordnung übergehen? Dem Ganzen damit begegnen, in dem wir das Leben anlachen? Warum nicht? Das überrascht diejenigen, die damit überhaupt nicht rechnen. Sie so aus ihrem Takt zu bringen, sie für den Augenblick in die Sprachlosigkeit zu schicken, schafft Raum zum Luft holen, zum Durchatmen. 

Mit dem Gesichtsausdruck, welcher das Leben anlacht, deuten wir auf den anderen Weg, nämlich den, nach konstruktiven Lösungen zu suchen. Zwar wird dieser Weg es nicht allen Recht machen können, aber, wenn er den fairen Interessensausgleich sucht mit allen, egal ob Christ, Muslim, Hindu, Atheist, dann werden wir die Erfahrung machen können, das Leben ist es immer Wert angelacht zu werden.

Danke für diese Erkenntnis Rabbi Wolff!

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